Botswana: die komplette Reise (in 3 Wochen)

29. Dezember 2019

Seit meiner ersten Reise nach Afrika lässt mich dieser Kontinent nicht mehr los: die Faszination wild lebender Tiere, die weiten Savannen und die kulturelle Einzigartigkeit tragen ihren Teil dazu bei. 2 Jahre ist es her, dass ich zum letzten Mal in Afrika war, damals in Tansania. Nach dieser Reise war klar, dass ich wiederkommen werde – zu viele Länder, die noch bereist werden wollen. Gesagt, getan ging es dieses Jahr zurück: Südafrika, Botswana und auch Sambia waren das Ziel, wobei der Fokus auf Botswana liegen sollte.

3 Wochen haben mein Freund und ich in Botswana verbracht, sind dabei durch Salzlandschaften, Steppen und Sumpfgebiete gefahren, haben auf dem Dach unseres Geländewagens übernachtet, wilde Tiere hautnah erlebt und die freundlichsten Menschen kennengelernt. Besonders Botswana ist ein Land, was seinesgleichen sucht: das Okavango Delta, die größte Elefantenpopulation weltweit oder die trockenste Wüste des südlichen Afrikas machen eine Reise wirklich lohnenswert.

Hier ist meine Route für die komplette Rundreise durch Botswana in 3 Wochen:

Start: Johannesburg (Südafrika)

Die abenteuerliche Reise durch das südliche Afrika beginnt in Johannesburg. Unsere Wahl fiel bewusst auf Johannesburg, da die Flüge günstiger waren als nach Botswana und wir auch von hier unseren Mietwagen (4×4 Allradwagen) entgegen genommen haben. Von Johannesburg selber haben wir nicht viel gesehen, da wir den Fokus auf unseren Roadtrip gelegt hatten. Da wir in Botswana jedoch viel Offroad und auf sandigen Pisten unterwegs waren, haben wir in Johannesburg noch ein 4×4 Fahrtraining absolviert. Das kann ich wirklich nur jedem empfehlen, der sich auf Sand und unwegsamen Gelände sicherer fühlen möchte. Das Training hat sich bei uns definitiv bezahlt gemacht!

Unterkunft: Airport Game Lodge

1. Stopp: Pilanesberg Nationalpark (Südafrika)

Wir beginnen unsere Reise zwar in Südafrika, verbringen jedoch die meiste Zeit in Botswana. Nichtsdestotrotz wollen wir die Gelegenheit nutzen und uns auch ein paar schön Ecken in Südafrika ansehen. Daher ist unser erster Stopp der 3-wöchigen Reise der Pilanesberg Nationalpark im Norden des Landes. Das Besondere an diesem Nationalpark ist, dass er um einen erloschenen Vulkan herum liegt und die Landschaft wirklich wunderschön ist. Hier unternehmen wir unsere erste Safari im 4×4 Geländewagen und können neben Giraffen, Zebras, Elefanten & Co. auch unsere ersten Nashörner entdecken!

Unterkunft: Manyane Resort (Campingplatz)

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2. Stopp: Über Selebi Phikwe nach Nata (Botswana)

Nach unserer ersten erfolgreichen Safari setzen wir unsere Reise Richtung Botswana fort. Nachdem wir die Grenze überqueren, fahren wir nördlich über die Hauptverkehrsstraße A1. Die Entfernungen in Botswana (und generell in Afrika) sind nicht zu unterschätzen, also machen wir einen Zwischenstopp in der Stadt Selebi Phikwe (Unterkunft: Syringa Lodge). Über die Stadt selber kann ich nichts sagen, da wir hier lediglich eine Nacht verbracht haben. Denn am nächsten Morgen ging es direkt weiter nach Nata!
Eins von Botswanas Highlights sind die riesigen Salzpfannen im Nordosten Botswanas und genau diese wollen wir sehen. Nata bietet sich hier sehr gut an, da es unweit der östlichen “Pans” und des “Nata Bird Sanctuarys” liegt. Obwohl es möglich ist, selber in das Naturschutzgebiet zu fahren, buchen wir dieses Mal eine Safari vor Ort. Das Wildlife hier begrenzt sich jedoch auf eine riesige (!) Flamingo- & Vogelpopulation – neben ein paar einsamen Gnuherden und kleinen Wildtieren. Unser Highlight: Sonnenuntergang mit tausenden Flamingos!

Unterkunft: Nata Lodge (Campingplatz)

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3. Stopp: Chobe (Botswana)

Nach Nata ist der Chobe Nationalpark – bzw die Stadt Kasane – der nächste Stopp. Etwa 3,5 Stunden brauchen wir, um die nördlichste Stadt Botswanas zu erreichen. Und hier warten mehrere Highlights auf uns: der Chobe Nationalpark ist eine der Adressen für einzigartige Safaris in Botswana und das sowohl zu Wasser als auch zu Land. Außerdem trifft Botswana hier auf Namibia, zur Landesgrenze sind es nur wenige Meter und der Fluss bildet die natürliche Grenze.
Hier in Kasane stellt sich eigentlich nur die Frage: Safari mit dem Auto oder mit dem Boot (oder einfach beides)? Da wir als Selbstfahrer unterwegs sind, können wir jederzeit selber mit dem eigenen Auto auf Safari gehen. Daher gönnen wir uns hier ein weiteres Highlight der Reise: eine private Bootsfahrt über den Chobe River! Und hatte ich erwähnt, dass wir in der Nähe des Flusses campen und Nilpferde und Krokodile am Abend gern ans Ufer kommen?

Unterkunft: Kubu Lodge (Campingplatz)

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4. Stopp: Livingstone & Vic Falls (Sambia)

Da wir uns bereits vor der Botswana Reise dazu entschlossen hatten, auch die weltberühmten Victoria Falls zu sehen, ist Livingstone in Sambia unser nächster Stopp. Da es in dem Fall zu aufwändig wäre, selber mit dem Auto die Grenze zu passieren, buchen wir uns einen Transfer und lassen unser Auto die nächsten Tage in Kasane stehen.
Wer jemals nach Namibia oder Botswana reist, sollte unbedingt einen Abstecher zu diesem beeindruckenden Weltnaturerbe machen – egal ob von Sambia oder Simbabwe aus. Es ist ein einzigartiges Erlebnis und kein Foto und keine Erzählung kann das Gefühl vermitteln, wie es wirklich ist, dort zu stehen! Einfach unbeschreiblich, wie Millionen Liter Wasser in die Tiefe donnern.

Unterkunft: Maramba River Lodge

→ Hier geht’s zum Guide für die Victoria Falls.

Sambia, Victoria FallsSambia, Victoria Falls

5. Stopp: Chobe Nationalpark (Botswana)

Nachdem wir zurück in Kasane sind und unseren Geländewagen wieder haben, übernachten wir noch einmal in Kasane bevor es weiter südlich einmal quer durch den Chobe Nationalpark geht. Ab diesem Zeitpunkt macht sich unser Fahrtraining auch bezahlt, denn die Straßen weichen Sandpisten und die Kilometer ziehen sich. Als wir die Unterkunft & den Campingplatz für die nächsten Nächte erreichen, sind die Strapazen vergessen, denn es ist eine der schönsten Lodges, die ich je gesehen habe (und die Freundlichkeit der Gastgeber erst)! Mitten im Nirgendwo, direkt an einem Wasserloch gelegen, verbringen wir unsere Abende auf der Terrasse und sehen den Gnuherden, Zebras, Elefanten, Wildschweinen und Co. beim Trinken zu. Nachts hören wir Hyänen und Löwen, wie sie unweit unseres Campingplatzes unterwegs sind. Das ist Afrika!
Tagsüber gehen wir auf  Safari im Chobe – genauer gesagt in Savuti. Wer auf seiner Afrikareise unbedingt Elefanten und Giraffen sehen möchte: das ist eure Adresse. Außerdem ist Savuti bekannt für das Savuti-Löwenrudel, welches wir jedoch nicht sehen.

Unterkunft: Thobolo’s Bush Lodge (Campingplatz)

Botswana-Elefanten

6. Stopp: Moremi Game Reserve (Botswana)

Der nächste Stopp unserer 3-wöchigen Botswana Reise ist das Moremi Game Reserve. Ebenfalls ein weiteres Must-Do auf jeder Reise, denn hier warten die Big Five! Es sollte eins unserer nachhaltigsten Erlebnisse sein, denn hier ist so viel passiert. Um es kurz zu machen: wer Angst vor wilden Tieren hat, sollte hier nicht campen, sondern besser eine Lodge buchen. Wer kein Satellitentelefon hat, sollte nicht selber auf Safari gehen. Und wer keinen Guide hat, sollte nicht Offroad fahren. Hier im Moremi Game Reserve wurde uns bewusst, wie wild Botswana einfach ist! Nichtsdestotrotz würden wir immer wieder (oder vielleicht auch grade deswegen) zum Moremi Reservat fahren. Eins der schönsten Gebiete in ganz Botswana – sowohl landschaftlich als auch von der Tiervielfalt her.

Unterkunft: Kaziikini Community Camp (Campingplatz)

→ Hier geht’s zum Guide für das Moremi Game Reserve.

Botswana-Wildlife-GiraffenBotswana-AfrikaBotswana-Wildlife-Elefanten

7. Stopp: Maun (Botswana)

Die Reise durch Botswana geht weiter und zwar ins Okavango Delta: das größte Binnendelta der Welt! Wir fahren in die “Touristenhauptstadt” am Okavango Delta, nach Maun. Das Moremi Game Reserve bildet den “befahrbaren” Teil des riesigen Deltas, weitere Regionen sind nur mit dem Boot (traditionell mit dem Mokoro) oder dem Flugzeug zu erreichen. Wir möchten das UNESCO Welterbe unbedingt in seinen Dimensionen sehen, daher entscheiden wir uns für einen Rundflug über das Delta. Eine absolute Empfehlung, denn es war einer der beeindruckendsten Flüge meines Lebens.

Unterkunft: Island Safari Lodge

→ Hier geht’s zum Rundflug über das Okavango Delta.

Botswana Rundflug Okavango DeltaBotswana Rundflug Okavango DeltaBotswana Rundflug Okavango Delta

8. Stopp: Serowe (Botswana)

Die Zeit in Botswana neigt sich langsam dem Ende zu. Unser letzter Stopp ist Serowe, genauer gesagt das Khama Rhino Sanctuary, etwa 30 Kilometer von der Stadt entfernt. Wie der Name vermuten lässt, ist es ein Schutzgebiet für eben diese bedrohte Tierart. Wir unternehmen hier eine Safari im eigenen Geländewagen und auch wenn die Wahrscheinlichkeit, hier auf Nashörner zu treffen größer ist als sonst, können wir unser Glück kaum fassen. Wir sehen 4 Nashörner und 2 davon grasen nur 3 Meter neben unserem Auto – so nah wird einem erstmal klar wie mächtig diese Tiere sind. Die Nacht verbringen wir im Park, zeltend unter einem uralten Mokongwa-Baum und sternenklarem Himmel.

Unterkunft: Khama Rhino Sanctuary (Campingplatz)

→ Hier geht’s zum Guide für das Khama Rhino Sanctuary.

Botswana-NashornBotswana-RundreiseBotswana, Khama Rhino Sanctuary

9. Stopp: Krüger Nationalpark (Südafrika)

Wir überqueren erneut die Grenze nach Südafrika und auch wenn wir in Botswana das wahre Safari-Paradies gefunden haben, möchten wir die Gelegenheit nutzen, uns den weltbekannten Krüger Nationalpark anzusehen. Der Nationalpark ist der größte des Landes, daher sollte man sich gut überlegen, auf welche Region man sich konzentrieren möchte. Meine Empfehlung wäre der Süden, da er landschaftlich für Safaris viel besser geeignet ist als der stark bewaldete und bebuschte Norden.
Im Krüger Nationalpark buchen wir 2 geführte Safaris – eine nachmittags mit Abenddämmerung und eine früh morgens vor Sonnenaufgang. Mit ein bisschen Glück lassen sich hier ebenfalls die Big Five und mehr finden; auch wir sind ziemlich glücklich mit unserem Löwen. Zusätzlich fahren wir selber mit unserem Mietwagen durch den Park und entdecken Zebras, Gnus, Giraffen, Hyänen, Elefanten, Geier uvm.

Unterkunft: Letaba Rest Camp (Campingplatz) 

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10. Stopp: Hazyview (Südafrika)

Der letzte Stopp auf unserem Roadtrip durch das südliche Afrika ist der Blyde River Canyon. Und auch wer noch nicht von ihm gehört hat, hat vielleicht schon Fotos gesehen: es ist eins der Naturwunder Südafrikas und liegt entlang der Panorama-Route. Wir beschließen den Canyon von oben zu sehen und das geht am besten vom Aussichtspunkt “Three Rondavels” aus. Der Anblick von dort ist einmalig!

Unterkunft: Chestnut Country Lodge

→ Hier geht’s zum Guide für den Blyde River Canyon.

Suedafrika-BlydeRiverCanyonSuedafrika-BlydeRiverCanyon

Travelogue-Tipps für Botswana

Verkehr & Autofahren

Wer in afrikanische Länder reist und möglichst viel vom Land sehen möchte, dem empfehle ich, selber mit dem Mietwagen zu fahren. In Großstädten ist es durchaus noch gut möglich, sich mit Bussen fortzubewegen, außerhalb der Städte nicht unbedingt. Wer nicht selber fahren möchte, kann sich sehr gut einer Gruppenreise anschließen oder mit einem Guide das Land erkunden. Autofahren in Südafrika ist recht einfach, die Infrastruktur ist gut ausgebaut – in Botswana ist das nicht immer der Fall.  Hier liegt die größte Herausforderung in den sandigen Pisten. Die Schnellstraßen sind zwar asphaltiert, vor Schlaglöchern sollte man sich trotzdem in Acht nehmen. Und immer tanken, wenn die Möglichkeit besteht!
Mein Tipp für Botswana: ein Fahrsicherheitstraining absolvieren und wissen, wie man sich aus tiefem Sand befreit. Außerdem ist es hilfreich, wenn man einen Reifen wechseln und im Falle eines Falles auch das Auto überbrücken kann.
Unsere Bilanz: einmal im Tiefsand festgefahren, eine brennende Batterie, einmal das Auto überbrückt, eine neue Kupplung.

Preise & Einkaufen & Geld

Die Preise sind günstiger als bei uns in Deutschland, das gilt sowohl fürs Tanken als auch für Unterkünfte. Besonders, wer selber mit dem Auto fährt, kann Geld sparen. Die Miete für das Auto ist dabei natürlich das Teuerste, jedoch spart ihr bei den Campingplätzen (im Gegensatz zu einer Nacht in der Lodge) und beim Essen. Wir haben uns größtenteils selbst versorgt, sind aber auch zwischendurch im Restaurant gewesen. Die Preise im Supermarkt sind ebenfalls günstiger als bei uns.
Was die Reise teuer machen kann: Ausflüge wie geführte Safaris, Rundflüge, besondere Lodges etc.
Was das Thema Geld betrifft: in allen 3 Ländern kann mit Dollar bezahlt werden, aber es empfiehlt sich immer, auch lokale Währung dabei zu haben. Besonders in Südafrika konnten wir manchmal nur mit südafrikanischem Rand in bar bezahlen.

***

3 Wochen durch Botswana, Südafrika & Sambia waren eine einmalige Erfahrung, wir haben so viel gelernt: über Afrika, die Tiere, die Länder, die Kulturen und auch über uns.

Afrika? Wir sehen uns wieder!

Afrika

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