Botswana: Safari im Moremi Game Reserve

8. September 2019

Es gibt viele beeindruckende Orte auf dieser Welt. Seit diesem Jahr kann ich sagen, dass Botswana zur Liste der abenteuerlichsten und faszinierendsten Orte dazu gehört. Es sind nicht nur die Naturwunder wie das Okavango Delta oder die Kalahari Wüste – Botswana ist das perfekte Safariland! Besonders das Moremi Game Reserve im Norden des Landes hat einiges zu bieten und war für mich das größte Highlight während meiner Reise.
Das Moremi Game Reserve nimmt etwa ein Drittel des Okavango Deltas ein und gehört gleichzeitig zu den Gebieten mit der größten Tierdichte Afrikas. Wenn sich eine Safari hier nicht lohnt, wo dann?

Auf Safari in Botswana: Moremi Game Reserve

Wer in Botswana auf Safari gehen will, kommt um das Moremi Game Reserve nicht herum. Der Nationalpark (resp. das Reservat) ist nicht der größte des Landes, aber einer der spektakulärsten. Auf einer Fläche von etwa 4.800 km² wechseln sich Mopane-Wäldern, Buschsavanne, Sümpfe und Graslandschaften ab. Das hat auch die große Artenvielfalt und vor allen Dingen die stabile Population der Wildtiere zur Folge. Da nur der östliche Teil des Reservats dauerhaft befahrbar ist, kann man auch nur dort die klassischen (Selbstfahrer-) Safaris unternehmen.

Als Selbstfahrer im Moremi Wildreservat

Wir starteten unsere Safari im eigenen 4×4 Geländewagen mit Dachzelt, mit dem wir ein paar Wochen in Botswana und Südafrika unterwegs waren. Da die besten Zeiten für ein Game Drive am frühen Morgen oder späten Nachmittag sind, waren wir vor 8 Uhr bereits im Park. Zu Beginn unserer Pirschfahrt hatten wir uns eine ungefähre Route herausgesucht, die wir fahren wollten – natürlich inklusive der größten Hotspots für Wildtiersichtungen. Und obwohl Moremi flächenmäßig nicht extrem groß ist, braucht man für die angegeben Strecken deutlich länger als gedacht. Das liegt zum einen an den Straßenverhältnissen (viele Sand- und Waldwege) und natürlich daran, dass jede Fotogelegenheit genutzt werden will. Und davon gibt es im Reservat einige!
Wir fuhren zunächst in südwestlicher Richtung zum Black Pool – ein Gebiet, welches besonders viele Sichtungen verspricht. In den ersten paar Stunden haben wir tatsächlich bereits ein paar Hundert Fotos gemacht und entsprechend viele Tiere sehen können, darunter auch einige Nashörner, Löwen, Giraffen, Zebras, Gnus, Warzenschweine, unzählige Elefanten, Affen, Wasservögel, Leierantilopen (die schnellsten Antilopen in Afrika!) sowie andere Antilopenarten wie Kudus, Impalas und viele mehr.

Was das Moremi Game Reserve zu so einem besonderen Ort macht, sind die abwechslungsreichen Landschaften. Zunächst hat man noch den Eindruck, dass hier sehr viel Buschlandschaft und Wald den Großteil des Parks ausmachen. Aber je weiter man in das Reservat kommt, desto vielseitiger wird es. Im nördlichen Teil des Parks finden sich viele Flussausläufer des Deltas, Sumpfgebiete und Seen. Teilweise sind die eh schon kaum sichtbaren Buschwege noch überflutet, sodass wir ein paar Mal umkehren und uns einen anderen Weg suchen mussten. Dies verlängerte natürlich nicht nur die Wegzeit, sondern hatte auch zur Folge, dass wir neue, teilweise noch undeutlichere Pfade suchen mussten. So dauerte es auch nicht lange, bis wir die Orientierung verloren hatten. Da die Beschilderung im Park ziemlich notdürftig ist und die einzige Karte, die wir vom Park hatten, nur die “großen” Wege zeigte, brauchten wir etwa 2-3 Stunden, um zur sandigen Hauptstraße zurück zu finden.

Mittlerweile hatten wir den nördlichen Teil des Reservats erreicht und fuhren aufgrund der Zeit auf direktem Weg (ca. 42 km) zurück zum South Gate, was noch einmal 1,5 Stunden dauerte. Entlang dieser “Hauptstraße” (eine etwas breitere Sandpiste) haben wir kaum Wildtiere gesehen. Solltet ihr also auch auf Safari im Moremi Game Reserve sein, dann verlasst unbedingt die größeren Wege. Außerdem: nicht nur im offiziellen Park, auch außerhalb davon werdet ihr Tiere sehen. Die Nationalparks in Botswana sind nicht eingezäunt, sodass ihr immer und überall mit Wildtieren rechnen könnt.

Wir haben 2 Tage im und um das Moremi Game Reserve in Botswana verbracht und ich kann dieses wunderschöne und faszinierende Schutzgebiet nur weiterempfehlen! Vielseitige Flora und Fauna und die unberührte Wildnis machen das Gebiet so einzigartig. Dieser Teil Botswanas ist wirklich noch total wild! Nirgendwo sonst kamen die Tiere (besonders Elefanten!) nachts so nah an unser Auto wie dort und nirgends sonst hatten wir so viel Glück mit unseren Begegnungen.

Travelogue-Tipps für die Safari im Moremi Game Reserve

Eintrittsgebühr: Der Parkeintritt beträgt 10,50€ p.P. und 4,50€ pro Fahrzeug (Stand 06/2019). Tipp: möglichst in bar und in Landeswährung (Pula) bezahlen.

Öffnungszeiten: In Botswana orientiert man sich für die Öffnungszeiten an den Sonnenauf- und -untergängen. Sobald es also hell genug ist (ca. 6 Uhr morgens) kann man sich bis Sonnenuntergang (ca. 18 Uhr) im Park aufhalten. Bitte beachtet, dass ihr euch beim Gate offiziell ein- und austragen müsst.

Beste Reisezeit: Die beste Reisezeit für eure Botswana Safari ist in den Monaten von März/ April bis November. Während der Regenmonate von November bis März sind die Wege oft nicht passierbar, sodass ihr mit Einschränkungen rechnen müsst.

Generell gilt: unterschätzt die Größe und Verhältnisse nicht! Plant lieber etwas mehr Zeit und weniger Strecke für einen Game Drive im Moremi ein, denn erfahrungsgemäß kommt man wirklich nie mit der eingeplanten Zeit aus.

Unterkünfte: Im Moremi Game Reserve gibt es ein paar Camp Sites und Lodges, wo man übernachten kann. Die Preise sind aufgrund der einzigartigen Lage natürlich entsprechend hoch. Wer dennoch nicht auf einen Besuch oder eine Übernachtung verzichten oder Geld sparen möchte, kann sich auf den Campingplätzen in und um das Reservat einbuchen. Wichtiger Hinweis: Botswana verfolgt das Prinzip “Low Volume, high value”, was bedeutet, dass alle Unterkünfte und Campingplätze im Land begrenzte Kapazitäten haben. Oft gibt es pro Camp Site zum Beispiel nur 10 Campingplätze. Bucht daher so früh wie möglich.
Empfehlungen: Camp Xakanaxa ($$$) oder Kaziikini Community Campsite ($)

Geführte Safaris ab Maun: Wer nicht mit dem eigenen Auto unterwegs ist und nicht auf einem Camp Site im Reservat selber übernachtet, kann auch ab Maun (der größten Stadt am Okavango Delta) an Tagessafaris teilnehmen. Diese sind dann zwar teurer, da neben dem Parkeintritt auch noch Verpflegungs- und Tourgebühren kommen. Aber der Vorteil dabei ist, dass ihr euch um nichts kümmern müsst und einen erfahrenen Guide dabei habt. Nachteil: es ist nicht nur teuer, auch die Anfahrt von Maun zum südlichen Parkeingang (South Gate) dauert etwa 2 Stunden pro Strecke über staubige Schotterpiste.

Für Selbstfahrer: Für alle, die auf eigene Faust das Moremi Wildreservat erkunden wollen, habe ich ebenfalls Tipps.
Wer als Selbstfahrer in den Park möchte, sollte einen Allrad-Geländewagen haben. Ganz wichtig: unbedingt vorher volltanken. Das gilt nicht nur für diesen Nationalpark, sondern grundsätzlich in Botswana. Die Infrastruktur ist nicht gut, sodass ihr jede Gelegenheit nutzen solltet (z.B. in Maun). Außerdem: habt unbedingt genug Wasser und Lebensmittel im Auto. Ebenfalls nützlich sind eine Karte vom Park und ein GPS, mit dem ihr euch zurechtfinden könnt.
Wer ganz abgesichert sein möchte, der sollte ein Satellitentelefon mitnehmen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man mal einen Platten oder eine Autopanne hat und glaubt mir, dort habt ihr mit eurem Handy nirgendwo Empfang. Solltet ihr also mitten im Park eine Panne haben, könnte es ohne Satellitentelefon kritisch werden. Ich spreche da aus Erfahrung.

Die besten Regionen im Moremi: Aus Erfahrung kann ich de Region Black Pool südwestlich des South Gates empfehlen. Ebenfalls gute Tierbeobachtungen lassen sich im Norden (Khwai Flood Plains) und auch im Westen zwischen Fourth Bridge und Xakanaxa machen. Alles wird man an einem Tag aber nicht schaffen, empfehlenswert sind daher 2-3 Tage im Moremi Reservat. Wenn ihr nur einen Tag Zeit habt, solltet ihr euch auf eine Region konzentrieren.

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