Into the jungle – Safari in Nepals Chitwan Nationalpark

3. April 2020

Wer hätte gedacht, dass Nepal neben den höchsten Bergen der Welt auch wilden Dschungel zu bieten hat? Zugegeben, Nepal ist nicht das typische Land für Safaris, aber das bedeutet nicht, dass es weniger lohnenswert ist. Im Gegenteil: während meiner Reise habe ich auch Nepals ersten Nationalpark besucht, den Chitwan Nationalpark. Im Süden des Landes gelegen grenzt der Park an Indien und ist ein über 900 Quadratkilometer großes Gebiet mit dichtem Dschungel. Und genau hier könnt ihr auf Safari gehen, denn im Chitwan Nationalpark sind neben bengalischen Tigern auch Elefanten, Nashörner, Krokodile, Bären, Schlangen, Affen, Hirsche und sämtliche Vogelarten beheimatet.

Safari im Chitwan Nationalpark

Die Safari im offenen Jeep beginnt gegen Mittag. Wir nähern uns dem Eingang des Parks vom Norden her über die Sauraha Road. Hier beginnt für die meisten Besucher die Safari im Chitwan. Mit im Jeep sind unser Guide und ein Fahrer – aus gutem Grund ist das nicht ein und dieselbe Person, denn so kann unser Guide nach wilden Tieren Ausschau halten, ohne auch noch den Jeep lenken zu müssen. Der Guide erklärt uns, dass es heute seine Mission ist, einen Tiger für uns aufzuspüren und dass ein zweimaliges Klopfen gegen den Jeep dem Fahrer signalisiert sofort anzuhalten.

Bereits nach wenigen Minuten im Park gibt unser Guide dem Fahrer das Zeichen, den Jeep zu stoppen. Aber lasst mich eins kurz klarstellen: auch wenn ich bereits ein paar Mal auf Safari war, im Dschungel wilde Tiere zu sichten ist wirklich schwer! Im dichten Gebüsch sieht man die wilden Tiere kaum bzw. erst, wenn sie sich bewegen. Und so hätte ich das erste Nashorn fast nicht entdeckt, wenn unser Guide nicht so ein geschultes Auge hätte (und ich nicht mein Teleobjektiv).

Wir setzen die Safari fort und halten wenig später an einem Aussichtsturm – hinter uns der dichte Dschungel, vor uns der große Narayani-Rapti Fluss mit weitläufigem Ufer. Eigentlich ideal, um hier wilde Tiere (oder sogar einen Tiger) zu entdecken. Aber nicht an diesem Tag: die Aussicht ist wunderschön, wilde Tiere sehe ich aber auch von ganz oben nicht.

Nachdem wir wieder im offenen Jeep einige Kilometer gefahren sind, wird unser Guide auf einmal hektischer. Er klopft zweimal gegen die Jeepwand, unser Fahrer hält und wir stehen mit der Kamera am Auge auf, immer mit der Aufregung auf das, was unser Guide schon vor uns gesehen hat. Grade einmal 5 Meter von uns entfernt steht ein riesiges, gepanzertes Nashorn mit seinem Jungen! Es ist so klein, dass es grade so aus dem Dickicht gucken kann. Wir stehen im Jeep und können unser Glück kaum fassen. Die Safari war für mich jetzt schon ein voller Erfolg.

Nach diesem (meinem persönlichen) Highlight fahren wir noch einige Stunden weiter durch den Chitwan Nationalpark. Wir entdecken weitere Nashörner (insgesamt 6 Stück an diesem Tag), Axishirsche und Rehe, sämtliche Vogelarten, Elefanten und tatsächlich auch Tigerspuren. Als die Safari am späten Nachmittag endet und wir den Park verlassen, werden wir außerdem noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang verabschiedet.

 

Travelogue-Tipps für den Chitwan Nationalpark

Ethische Safaris im Chitwan Nationalpark

Nach wie vor gibt es dort leider noch Anbieter, die eine Elefantensafari durch den Park erlauben. Und obwohl bei vielen Nepalesen das Bewusstsein da ist, dass dies nicht zu vertreten ist und Elefantensafaris verboten werden sollten, ist es die Aussicht auf ein lukratives Geschäft, weshalb es sie noch gibt. Denn besonders andere, asiatische Touristen nehmen diese Art der Safari wahr. Und solange die Regierung dies nicht konsequent verbietet, wird es wohl noch lange dauern bis man Elefanten dort nur noch frei in der Wildnis antreffen wird. Nichtsdestotrotz sollten unabhängig davon alle Reisende Elefantensafaris boykottieren!
Bessere Safari-Möglichkeiten: klassisch im Jeep, zu Fuß oder mit dem Kanu.

Artenvielfalt im Park

Vor meiner Safari dort war mir nicht bewusst wie unglaublich vielfältig dieser Nationalpark ist. Insgesamt 68 verschiedene Säugetierarten und über 500 (!) Vogelarten könnt ihr dort entdecken. Und auch mein Guide war ein ziemlich guter Vogelexperte, der Vogelsichtungen auf eine Stufe mit den Nashörnern stellte. Das gepanzerte Nashorn (welches nur in Indien und Nepal vorkommt) gehört übrigens zu den häufigsten Sichtungen im Park, da es einer Initiative zu verdanken ist, dass im Chitwan mittlerweile an die 600 Nashörner leben. Darüber hinaus gibt es noch eine große Population an Krokodilen (bzw. Gaviale) und Rhesus-Affen.

Übernachten 

Im Park selber gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten, dafür aber einige außerhalb. Dabei könnt ihr zwischen Homestays (z.B. Barauli Homestay), Hotels oder Lodges entscheiden. Die meisten Angebote werdet ihr in und um Sauraha finden und sind recht günstig.

Wer eine Safari im Chitwan Nationalpark machen möchte und aus Kathmandu anreist, dem kann ich eine komplette Tour empfehlen: 3-tägige Chitwan Safari Tour.

Obwohl meine Safari im Chitwan Nationalpark endete, ohne dass ich einen bengalischen Tiger gesehen habe (machen wir uns nichts vor, bei jeder Safari gehört eben auch eine Menge Glück dazu), war es eins der schönsten Erlebnisse in Nepal! Mitten in der Natur, durch dichten Dschungel mit wirklich coolen Sichtungen, würde ich den Chitwan Nationalpark jedem empfehlen, der neben den majestätischen Gipfeln Nepals landschaftliche Abwechslung sucht.

 

M E H R  Z U  N E P A L

HIER findet ihr alle Gründe für eine Reise nach Nepal

HIER findet ihr den Pokhara Travel Guide

HIER findet ihr den Kathmandu Travel Guide


*Dieser Beitrag enthält Werbe-Links

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2 Comments

  • Reply Stefanie Zimmermann 7. April 2020 at 13:16

    Vielen Dank für den schönen Bericht! Wichtig finde ich auch Deinen Hinweis auf ethische Safaris! Ganz meine Meinung – wilde Tiere sollten nicht geritten oder angefasst werden!
    LG Stefanie

    • Reply Anna 7. April 2020 at 16:59

      Hi Stefanie, gern – freut mich, wenn er dir gefällt!
      Ja, leider gibt es immer noch Ort auf der Welt, wo nicht gut mit wilden Tieren umgegangen wird :(
      Umso wichtiger, darauf aufmerksam zu machen!
      Liebe Grüße Anna

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