Homestays in Nepal – Zu Gast in Nepals Familien (& eine Erfolgsstory)

7. Juni 2020

Der schönste Weg eine Kultur zu verstehen und seinen Horizont zu erweitern, ist es, seine Menschen und das “wahre Leben” dort kennenzulernen und tief in die Kultur einzutauchen. In Nepal ist dies möglich – durch das Community Homestay Project. Bei diesen Aufenthalten bei Einheimischen Zuhause (“Homestays“) lernt man die Traditionen und Kultur Nepals kennen. Es geht um traditionelle Tänze & Gewänder, nepalesische Bräuche, typische Gerichte und persönliche Lebensgeschichten. Aber es ist weit mehr als das – vielleicht ist es dieser eine “Homestay”, der die Reise zu etwas ganz Besonderem macht.

Und so war es auch bei mir.  Nepal ist eines der schönsten und atemberaubendsten Länder, das ich kennengelernt habe! Das Himalaya allein lässt einen schon aus dem Staunen nicht herauskommen. Aber das größte Gebirge der Welt und die Landschaften dort allein waren nicht der Grund, warum Nepal einen ganz besonderen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Es waren die Menschen. Die Begegnungen und Geschichten derer, die dort leben und mich als Gast bei sich aufgenommen haben. Ich habe einige Nächte bei Einheimischen Zuhause verbracht, mit ihnen gekocht, geredet, gelacht, getanzt und von ihren Geschichten gelernt.

Wie das war und warum ich jedem einen “Homestay” empfehlen würde, verrate ich euch:

Community Homestays in Nepal – Zu Gast bei Einheimischen

Es ist gegen Mittag als meine Mitreisende Gina und ich das Dorf Panauti erreichen und dort unsere Gastmutter kennenlernen. Sie heißt Rosani und lebt mit ihrem Mann in einem Haus, was für nepalesische Verhältnisse schon zu den besseren gehört. Das erkennt man oft daran, dass das Haus über ein extra Zimmer verfügt und die Küche mit neueren, elektrischen Haushaltsgeräten (wie ein großer Kühlschrank, Dampfgarer etc) ausgestattet ist.

Rosani zeigt uns ihr Haus, unser Gästezimmer mit eigenem, kleinen Bad, wo wir die Nacht verbringen werden, und bietet uns dann Tee und Kaffee an. Währenddessen bereitet sie das Mittagessen vor, es gibt Dal Bhat – ein typisch nepalesisches Gericht aus Reis, Linsen-Curry und Gemüse (z.B. Spinat).

Nach dem Essen führt sie uns hoch zu ihrer Dachterrasse, wo sie uns stolz ihre Blumen und das selbst angebaute Gemüse zeigt. Neben Rosen wachsen in ihrem Dachgarten auch sämtliche Kräuter und andere Pflanzen. Hier oben haben wir außerdem einen wunderschönen Ausblick über das Dorf und die umliegenden Reisfelder.

Am frühen Abend finden wir uns in der Küche wieder – es ist an der Zeit, das Abendessen vorzubereiten. Aber dieses Mal lassen wir uns nicht nur bekochen, wir legen selber Hand an. Es gibt Yomari, ein sehr besonderes, traditionelles Gericht (es ist übrigens so besonders, dass dieses Essen sein eigenes Fest in Nepal hat!). Yomari sind gedämpfte Teigtaschen aus Reis-Mehl, die im Inneren eine süße Füllung haben.
Heute ist es unsere Aufgabe, die Teigtaschen mit der Hand so zu formen und zu befüllen, dass sie anschließend auch essbar sind. Es hört sich einfach an, aber es ist tatsächlich handwerkliches Geschick und eine Menge Konzentration nötig, um Yomaris halbwegs ansprechend zu gestalten. Höhlt man den Teig zu sehr aus, reißt er ein, lässt man zu viel Teig am Rand, ist er zu massig und die Füllung hat zu wenig Platz.

Aber wir haben eine sehr geduldige Gastmutter, die uns mit einem Lächeln im Gesicht sagt, ob unser Versuch abgesegnet wird oder eben auch nicht. Wir brauchen ein paar Anläufe bis unsere Yomari ihrem kritischen Auge standhalten und für gut genug befunden werden. Bis zu diesem Zeitpunkt haben sowohl Rosani als auch wir angesichts unserer komisch geformten Teig-Kunstwerke schon einige Male ziemlich lachen müssen.

Das gemeinsame Abendessen ist genauso gemütlich, entspannend und herzlich wie unser Aufenthalt dort. Rosani fragt uns außerdem ob wir nicht Lust haben, das traditionelle Gewand – den Sari – einmal anzuprobieren. Natürlich möchten wir! So finden wir uns nur wenig später in unserem Gästezimmer wieder, wo sie uns mit zwei Saris und Accessoires in ein traditionelles Outfit hüllt. Rosani ist sehr geschickt darin, uns die Gewänder umzulegen, hier und da abzustecken und zurecht zu ziehen. Am Ende ist sie sichtlich stolz darauf, uns in den Saris zu sehen und wir sind um ein schönes Erlebnis reicher.

Wir sitzen an diesem Abend noch lange zusammen, Rosani erzählt von ihrem Leben, was das “Community Homestay Project” für positive Auswirkungen auf ihr Leben hat und auch von ihrem gut laufenden Nebengewerbe. Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau und sehr stolz darauf.

Dass ich das hier so erwähne, ist für uns sicherlich nichts Ungewöhnliches. In Nepal ist es das schon. Sich als Frau seinen Lebensunterhalt selber zu verdienen, geschweige denn ein eigenes Business zu haben, ist erst seit ein paar Jahren in Nepal “normal”.
Ein Projekt, welches genau das voranbringen und stärken soll, ist das Community Homestay Project. 

We believe in using tourism as a force for good. Our experiences are designed with the goal of leaving positive impact on the destination’s people and environment. 

Konkret bedeutet dies: Reisende und Einheimische zusammenbringen und so einen Nutzen für beide Seiten schaffen. Die Nepalesen lernen Englisch, werden geschult, ihre Häuser und Badezimmer werden umgebaut (z.B. werden westliche Toiletten installiert). Touristen wiederum können über Nacht bleiben, lernen das Leben der Nepalesen kennen, kochen traditionelle Gerichte, machen Ausflüge mit Einheimischen, erfahren viel über die Kultur. Eine Win-Win-Situation.
Das Besondere: das Programm richtet sich in erster Linie an die nepalesischen Frauen. Ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken ist und war die Grundidee hierbei. Raus aus alten Strukturen und den Verpflichtungen von Haushalt und Kind, hin zu einem finanziell unabhängigen, selbstbestimmten Leben als Frau in Nepal.

Angefangen hat alles im Jahr 2012 mit einem Homestay in Panauti. Heute sind es in ganz Nepal etwa 20 Orte, wo ein Homestay möglich ist. Hier findet ihr eine Übersicht aller angebotenen Homestays.

Als wir am nächsten Tag abreisen, werden wir noch einmal von Rosani umarmt und steigen dann in den Minivan. Und obwohl wir uns tatsächlich erst seit knapp 24 Stunden kennen, ist schon ein bisschen Wehmut dabei als wir ihr ein letztes Mal zuwinken. Die Zeit in ihrem Zuhause war so herzlich und lustig, dass ich sie zu meinen schönsten Reiseerfahrungen zähle.

Neben dem Homestay in Panauti haben wir außerdem noch in Barauli, Patan und Tansen bei Gastfamilien übernachtet. Jede davon war eine besondere Erfahrung. Unvergessen bleibt z.B. die nepalesische Hochzeit, die wir miterleben durften, die lustigen Gespräche oder die Fahrradtour durch nepalesische Dörfer.

Ich kann nur jedem empfehlen, diese Art des Reisens mal auszuprobieren, seine Komfortzone zu verlassen und besondere Momente und Erlebnisse zu sammeln.

Feel in a home away from home, where you can get genuine local experiences with some of the real faces of Nepal with the feeling of giving back.


M E H R  Z U  N E P A L

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