Wanderung zur Ciudad Perdida: die wichtigsten Infos & Tipps

By 12. Januar 2019 Anna, Ausflugstipps, Destinationen, Kolumbien, Südamerika

Wer auf der Suche nach einem einmaligen Erlebnis in Kolumbien (oder sogar ganz Südamerika) ist, der sollte sich die Wanderung zur Ciudad Perdida – auch Verlorene Stadt genannt – nicht entgehen lassen! Diese Wanderung führt einen tief in die unberührte Natur der Sierra Nevada. Und wo heute die Überreste von menschlicher Zivilisation zu finden sind, war einst die Heimat eines ganzen Volkes angesiedelt. Kaum vorstellbar, dass diese indigene Völkergruppe sich dort oben auf 1.200 Metern, in der höchsten Bergkette Kolumbiens, eine Heimat geschaffen hat. Heute erkennbar durch die über 200 Steinterrassen und Treppen. Diese historische Stadt wurde erst in den 60er Jahren wiederentdeckt und ist seit ein paar Jahren für den Tourismus zugänglich.

Dadurch, dass das Trekking zur Ciudad Perdida einige Herausforderungen und Besonderheiten mit sich bringt, habe ich für euch die wichtigsten Infos in einem Guide zusammengefasst:

Planung & Touranbieter

Vorab muss man wissen, dass man diese Wanderung nicht auf eigene Faust unternehmen kann, sondern ausschließlich als geführte Tour mit einem Guide. Es gibt aktuell 3 Anbieter für dieses Trekking, die aber alle in etwa das Gleiche anbieten – sowohl vom Preis als auch vom Angebot. Man hat außer der Wahl des Tour-Anbieters noch die Option die Wanderung an 4, 5 oder 6 Tagen zu machen, wobei die meisten Reisenden 4 oder 5 Tage wählen. Der wohl größte Unterschied zwischen den Anbietern ist die Wahl der Camps während des Treks, die variieren.

Ich habe das Trekking mit Wiwa-Tours unternommen und mich für die 5-Tage-Wanderung entschieden. Die Wahl der Tage würde ich definitiv vom eigenen Fitness-Level abhängig machen. Der Unterschied liegt nicht in der Anzahl der Kilometer (die sind gleich), sondern an den Kilometern, die pro Tag gelaufen werden. Was ich bei dem Anbieter authentischer fand: die Tour mit Wiwa-Tours findet mit einem indigenen Guide statt, sodass man viel über die Kultur, Bräuche und Geschichte lernt.

 

Schwierigkeitsgrad der Wanderung

Was den Schwierigkeitsgrad der Wanderung angeht: obwohl es kein Spaziergang ist, kann jeder mit einer mehr oder weniger körperlichen Fitness die Wanderung zur Verlorenen Stadt schaffen. Ich habe vorher nicht speziell dafür trainiert und auch sonst bin ich keine erfahrene Wanderin, was ich aber oft gemerkt habe. Es schadet nicht, wenn man über ein gewisses Fitness-Level verfügt. Nicht, weil man es sonst nicht schafft, sondern einfach, um die Wanderung “leichter” zu machen. Neben der körperlichen Herausforderung kann einem auch das Klima zu schaffen machen: Die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch und pralle Sonne bei 40 Grad im Schatten können (oder besser: werden) sich mit starken Regenschauern abwechseln.

In unserer Gruppe hatte jeder sein eigenes Wander-Tempo. Und zugegeben hatte ich die ersten paar Kilometer noch den Drang mithalten zu müssen. Das habe ich aber nicht lange durchhalten können und dementsprechend schnell bin ich an meine Grenzen gestoßen. Mein Tipp daher: wandert unbedingt in eurem eigenen Tempo – es wird immer jemanden geben, der schneller läuft. Es ist absolut ok, wenn sich die Gruppe etwas auflöst, spätestens an den nächsten Pausenstopps (Obst-, Getränkeständen) treffen sich alle wieder.

 

Trekking zur Lost City

Die Wanderung zur Verlorenen Stadt kann zwar von der Anzahl der Tage (also ob 4, 5 oder 6) variieren, aber die Strecke bleibt die gleiche: die Gesamtlänge beträgt ca. 46 Kilometer (etwa 23 km pro Weg) und es gibt keinen klassischen Rund-Wanderweg. Das bedeutet ihr wandert auf dem gleichen Weg zurück, den ihr auch schon hingewandert seid.

Start der Tour ist Santa Marta. Dort haben wir unsere Gruppe und den indigenen Guide getroffen und unser kleines Gepäck wurde auf den Jeep geladen. Ab Santa Marta geht es in etwa einer Autostunde zum Eingang des Nationalparks. Nach weiteren, sehr kurvenreichen und holprigen 45 Minuten, erreicht man den Ort Macheté. Von dort geht es dann nur noch zu Fuß weiter.

Wie ich die 5 Tage erlebt habe, könnt ihr hier nachlesen.

 

Verpflegung & Unterkünfte 

Die Ciudad Perdida liegt mitten im kolumbianischen Dschungel, fernab jeder Zivilisation. Dies bedeutet, dass zum einen die Unterkünfte sehr einfach gehalten sind und zum anderen, dass alles, was man während dieser Zeit braucht, von Anfang an mitgenommen werden muss. Die Lebensmittel mussten wir jedoch nicht selber tragen, diese wurden von den Maultieren zu den Camps gebracht. Während unseres 5-tägigen Trekkings hat uns eine Köchin begleitet, die sich ausschließlich um uns gekümmert hat. So hatten wir jeden Tag 3 frische Mahlzeiten. Das Essen war recht einfach, aber wirklich immer lecker. Oft wurde “typisch kolumbianisch” gekocht: Empanadas, Reis, Bohnen, Hähnchen, etc.

Die Schlafplätze in den Camps sind sehr minimalistisch ausgestattet: Etagenbetten mit Moskitonetzen und Hängematten sind die einzigen Optionen zum Übernachten. Je nachdem, wie viele Gruppen bereits vor einem im Camp angekommen sind, hat man nicht immer die Wahl, wie man die Nacht verbringen wird. Wenn ihr also die Wahl habt, sichert euch unbedingt ein Bett, die Nacht in einer Hängematte ist nicht wirklich bequem und es ist auch kälter als im Bett. Die sanitären Anlagen bestehen aus einfachen Dusch- und Waschräumen mit kaltem, fließendem Wasser.

 

Packliste

Die Herausforderung bei diesem Trekking besteht darin, so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich einzupacken. Denn während der 46 Kilometer müsst ihr in der Lage sein, euren Rucksack selber tragen zu können. Hier gilt natürlich: je weniger desto besser! Darüber hinaus solltet ihr in einen guten (leichten) Wander-/ Tagesrucksack investieren.

Kleidung

Durch das heiße und tropische Klima der Sierra Nevada solltet ihr auf schwere und dicke Kleidung verzichten. Für die Abende und Nächte empfiehlt sich eine Sweatjacke und lange Hose, da es kalt werden kann. Für die 4-6 Tage hab ich hier ein paar Empfehlungen, was ihr mitnehmen könnt:

  • lange Leggings/ Hose (für die kalten Abende und Nächte)
  • kurze Hose
  • schnelltrocknende T-Shirts (aus Merinowolle z.B.)
  • Schlafsachen
  • Trekking-Socken (aus Merinowolle)
  • Schwimmsachen
  • gute, feste Wanderschuhe (es wird rutschig, nass und dreckig)
  • Kopfbedeckung

Technik & Ausstattung

Die Wanderung bringt ein paar Besonderheiten mit, auf die man achten sollte. Die Luftfeuchtigkeit dort ist sehr hoch, das ist nicht unbedingt die beste Umgebung für technische Geräte. Ich habe mir einen wasserdichten Beutel gekauft, wo ich alle wichtigen (technischen) Wertsachen verstaut habe. Das schützt nicht nur vor Feuchtigkeit, sondern hält die Kamera und ggfs. den Reisepass auch trocken, wenn der Rucksack mal ins Wasser fällt.
Außerdem habe ich eingepackt: Ladegerät, Wechselobjektiv, diverse Speicherkarten, mein Handy, ein kleines Stativ (Gorillapod) und meine Polaroidkamera für besondere Momente.

Essen & Trinken

Es ist nicht nötig etwas zu Essen mitzunehmen, da ihr während eures Trekkings komplett versorgt werdet. Dazu gehören nicht nur 3 Mahlzeiten am Tag, sondern zwischendurch auch Snacks & Früchte. Wasser bekommt ihr in den Camps zum Nachfüllen, daher ist es auf jeden Fall ratsam, nachfüllbare Trinkflaschen dabei zu haben. Unterwegs findet man hin und wieder auch Stationen, wo man Getränke kaufen kann.

Geld

Es ist ratsam ein wenig Bargeld dabei zu haben, denn in den Camps kann man Bier und Softdrinks kaufen. Auch unterwegs sind wir an ein paar einsamen Hütten vorbeigekommen, wo wir hätten kleine Andenken kaufen können. Und wenn ihr euer Gepäck gar nicht mehr selber tragen wollt/ könnt, gibt es tatsächlich die Möglichkeit euer Gepäck für ein paar Pesos von einem Maultier von einem Camp zum nächsten transportieren zu lassen (die Garantie gibt es aber nicht, es hängt davon ab ob gerade auch ein paar Einheimische mit ihren Tieren vorbeikommen und das anbieten).

Was sonst

  • genug Mückenspray (besonders für die Abende)
  • Mikrofaserhandtuch
  • Taschenlampe
  • Sonnencreme & -brille
  • Regenschutz für den Rucksack
  • Toilettenpapier (gibt es in den Camps nicht!) 
  • Seife oder Desinfektionsspray/ -tücher

Klima & Wetter

Das Klima in diesem Teil Kolumbiens ist tropisch-schwül. Die Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen sind sehr hoch und tropischer Regen ist sehr wahrscheinlich. Tagsüber klettern die Temperaturen auf über 30 Grad und besonders während der Mittagshitze kann es extrem heiß werden. In den 5 Tagen während unserer Wanderung hat es fast jeden Tag geregnet, aber in der Regel am späten Nachmittag für 2-3 Stunden. Der Regen war immer einen willkommene Abwechselung zum sonst sehr heiß-schwülen Klima.

 

***

Die Wanderung zur Ciudad Perdida war mit Abstand das anstrengendste, einmaligste und herausforderndste Erlebnis, was ich bis heute gemacht habe. Aber es lohnt sich sehr, denn auch trotz – oder gerade wegen – aller Anstrengungen ist die Wanderung zur Verlorenen Stadt das nachhaltigste Erlebnis an Kolumbien und etwas, was ich immer in Erinnerung halten werde.

Ich hoffe meine Ciudad Perdida Tipps helfen euch bei eurer eigenen Planung. Die Wanderung kann ich auf jeden Fall nur empfehlen – es ist ein echtes Abenteuer.

 

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