Mit seinen gigantischen Megastädten, wunderschönen Landschaften, der jahrtausendealten Mauer und einer Kultur, die so ganz anders ist als unsere, gehört China definitiv zu den beeindruckendsten Ländern unserer Welt.
Nachdem ich im vergangenen Oktober zum ersten Mal nach China gereist bin, hatte ich zwar vorab schon einiges recherchiert und wusste (zumindest grob), was mich erwarten würde, aber viele Dinge haben mich dann doch sehr überrascht. Es gibt – besonders technisch und kulturell – einige Besonderheiten, über die man unbedingt Bescheid wissen sollte, bevor man im Flieger sitzt.
Aus diesem Grund habe ich meine Tipps, Erfahrungen und Infos für China einmal für euch zusammengestellt.

10 Tipps für die erste Reise nach China
1 | Die Einreise & Visum
Ihr könnt bis zu 30 Tage visumfrei nach China reisen. Vor Ort müsst ihr bei der Kontrolle nur eine Ankunftskarte (Arrival Card) abgeben. Diese bekommt ihr entweder vorher im Flieger oder aber auch am Flughafen bei der Immigration. Achtet unbedingt darauf, dass euer Reisepass bei der Einreise noch mindestens ein halbes Jahr gültig ist.
Da sich solche Regeln aber schnell ändern können, empfehle ich euch, kurz vor dem Abflug unbedingt noch einmal die Website des Auswärtigen Amtes zu prüfen.
2 | Die Große Firewall
In China gibt es die sogenannte „Great Firewall„, die den Zugang zu digitalen (westlichen) Diensten wie Google, WhatsApp, Instagram und Co. verhindert. Wenn ihr euch nicht richtig vorbereitet, ist euer Smartphone vor Ort fast nutzlos, weil der Zugriff auf die gewohnten Apps nicht funktioniert. Deshalb ist es wirklich wichtig, dass ihr bereits vor der Abreise eine VPN-fähige eSIM installiert. Wenn ihr chinesischen Boden betretet, sind die Download-Seiten der Anbieter oft schon blockiert. Das macht eine nachträgliche Einrichtung leider fast unmöglich.
Neben der Möglichkeit, eine VPN-fähige eSIM zu installieren, liest man oft auch davon, dass ein VPN (Virtual Private Network) eine Option wäre. Ich habe selber keine Erfahrung mit einem VPN-Anbieter in China gemacht, aber habe jetzt vermehrt gelesen, dass VPN-Dienste nicht funktionieren. Besonders die großen Anbieter wie NordVPN sind gesperrt. Je bekannter und größer ein VPN-Unternehmen ist, desto bekannter ist es auch in China. Das führt leider dazu, dass es dort blockiert wird.
Travelogue-Tipp: Ich habe während meiner Chinareise eine eSIM von Holafly* mit integriertem VPN genutzt und das hat einwandfrei funktioniert!

3 | Apps, die man in China zwingend braucht
Wie grade schon erwähnt funktionieren viele Apps in China nicht, weil sie gesperrt sind. Damit ihr euch während eurer Reise aber trotzdem zurecht findet und such bezahlen könnt, solltet ihr vor (!) der Reise die wichtigsten Apps herunterladen und einrichten.
Alipay
Alipay ist die meistgenutzte App in China, die man für fast alles nutzen kann: Bezahlen, Fahrdienste oder Taxis buchen, Tickets kaufen, Fahrräder ausleihen, Unterkünfte buchen und vieles mehr. Und das alles in einer einzigen App! Für Touristen ist die wichtigste Funktion jedoch, dass man mit Alipay bezahlen kann. Installiert die App am besten zu Hause und richtet die Bezahlfunktion unbedingt vorher ein, indem ihr eure Kreditkartendaten hinterlegt.
Eine weitere App, die eine Alternative zu Alipay darstellt, ist WeChat / WeChatPay. Sie ist in China überwiegend als Messaging-App bekannt und beliebt, wird aber auch zum Bezahlen benutzt. Bei uns waren beide Apps im Einsatz. Auch hier gilt: am besten vor der Reise installieren und einrichten.
Travelogue-Tipp: Wenn ihr nicht allein reist, empfiehlt es sich, dass nicht alle die gleiche App herunterladen und einrichten. Es ist sinnvoll, wenn sich eine Person Alipay und eine andere WeChat einrichtet. Sollte das Bezahlen mit einer App aus irgendeinem Grund nicht funktionieren, habt ihr eine Backup-Lösung. Da kann ich aus Erfahrung sprechen.
4 | Sprachbarriere überwinden
Entgegen meiner Erwartungen wird in China nicht viel Englisch gesprochen. Moderne Städte wie Shanghai sind da eher die Ausnahme als die Regel. Selbst in internationalen Hotels, in denen man eigentlich davon ausgehen könnte, dass Englisch gesprochen wird, verfügt das Personal oft nur über Grundkenntnisse der englischen Sprache.
Um sich in China dennoch verständigen zu können, empfehle ich euch, eine Übersetzungs-App wie z. B. den Google Übersetzer oder DeepL zu nutzen. Diese funktionieren auch offline.

5 | Navigieren
Wie ich oben bereits erwähnt habe, funktionieren Dienste wie Google Maps in China nicht und auch mit einer eSIM nur ungenau. Daher solltet ihr fürs Navigieren besser andere Apps wie Apple Maps, Baidu Maps oder Amap nutzen. Amap ist besonders präzise bei Routenberechnungen zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto.
Travelogue-Tipp: Wenn ihr Amap nutzt, dann gebt Orte, Restaurants oder auch Sehenswürdigkeiten auf Chinesisch in der App ein (vorher einmal übersetzen lassen).
⇨ SEHENSWÜRDIGKEITEN IN PEKING
6 | Kinder sind sehr beliebt
Die Chinesen sind sehr kinderlieb und wir haben uns als Familie immer willkommen gefühlt. Besonders in Restaurants werden Kinder oft bevorzugt behandelt und nicht selten vom Personal bespaßt. Wenn euer Kind dann noch blaue Augen und blonde Haare hat, stellt euch darauf ein, dass euch ständig zugewinkt, gelächelt und um Fotos gebeten wird. Und auch wenn das wirklich lieb gemeint ist, kann es für den Nachwuchs schnell zu viel werden. Unser Sohn stand oft inmitten einer Menschentraube, umringt von Chinesen, die ihm freudestrahlend eine Kamera ins Gesicht hielten. Wenn es ihm zu viel wurde, haben wir die Situation freundlich, aber bestimmt aufgelöst.

7 | Trinkgeld ist unüblich
In China ist es tatsächlich nicht üblich in Restaurants, Taxis oder bei anderen Dienstleistungen Trinkgeld zu geben. Die Chinesen sind eher verwirrt, wenn man Trinkgeld gibt. Die einzige Ausnahme, wo es angebracht sein könnte, wären organisierte Touren für westliche Touristen. Erwarten würde es aber keiner.
8 | Heißes Wasser ist Standard
Wundert euch nicht, wenn euch in Restaurants oder bei Gastgebern standardmäßig ein Glas oder eine Kanne heißes Wasser serviert wird. Das hat in China eine lange Tradition und ist tief in der chinesischen Gesundheitslehre verwurzelt. Warmes Wasser gilt als wohltuend für die Verdauung und soll das innere Gleichgewicht fördern, während kalte Getränke eher als Belastung für den Körper angesehen werden. Übrigens: An fast jedem Bahnhof oder Flughafen findet man auch kostenlose Wasserspender, an denen man die eigene Thermosflasche jederzeit wieder auffüllen kann.

9 | Der Reisepass ist euer wichtigstes Dokument
Eine weitere Besonderheit bei Reisen nach China ist die Tatsache, dass man den Reisepass immer dabei haben sollte. Anders als in vielen anderen Ländern gehört das Dokument hier wirklich zur Grundausstattung für jeden Ausflug. Vielleicht gehört ihr ohnehin zu den Reisenden, die ihren Pass ständig bei sich tragen, doch in China kommt ihr ohne ihn auch einfach nicht weit. Abgesehen von Sicherheitskontrollen, mit denen ihr jederzeit rechnen müsst – etwa beim Betreten einer U-Bahn-Station oder bei Straßenkontrollen –, dient der Reisepass oft gleichzeitig als eure Eintrittskarte. Da Tickets für Sehenswürdigkeiten in der Regel direkt mit der Passnummer verknüpft werden, ist das Dokument für den Einlass unverzichtbar.
10 | Das Verhalten ist gewöhnungsbedürftig
Es gibt einige chinesische Verhaltensweisen, die man befremdlich finden kann – so ging es mir jedenfalls. Lautes Schlürfen gehört für die Chinesen beim Essen einfach dazu, ebenso wie das Drängeln in Warteschlangen (was ich noch nie verstanden habe).
Am gewöhnungsbedürftigsten war für mich definitiv das Spucken. Die Chinesen spucken gerne und auch recht laut. Wundert euch also nicht, wenn eine ältere Chinesin neben euch auf dem Gehweg läuft, sich laut räuspert und dann auf den Weg spuckt. Was bei uns als unhöflich gilt, gehört in China zum Alltag.

M E H R Z U C H I N A
⇨ PEKING SEHENSWÜRDIGKEITEN
⇨ CHINESISCHE MAUER ERLEBEN
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